BASICODE - Die Praxis
Seit dem letzten Bericht ber BASICODE in ST-Vision ist viel Zeit 
ins Land gegangen und so haben sich auch einige nderungen 
ergeben, von denen ich gleich berichten werde. Doch zunchst eine 
kurze Repetition fr diejenigen,
die neu hinzugekommen sind:          Hier in deutschen Landen 
kann man einen hollndischen Sender (NOS, Hilversum)
im Radio empfangen, der BASIC-Programme ber die "therwellen" 
schickt.
Seit Oktober 1988 strahlt NOS diese Programme allerdings nur noch 
auf dem Mittelwellensender mit einer Frequenz von 1008 kHz aus. 
Auch die Sendezeiten haben sich nun gendert: Die Sendung 
"Hobbyscoop", an deren Ende jeweils mehrere BASICODE Programme 
ausgestrahlt werden, findet montags in der Zeit von 21.35 - 22.00 
Uhr statt.
Die ntige "Hardware":
Da auf der gleichen Frequenz in Mittel-Europa auch noch ein 
anderer (allerdings erheblich schwcherer) Sender zu hren ist, 
bentigt man entweder ein Radio mit eingebauter Ferritantenne 
(haben die meisten Kofferrradios) oder eine sogenannte 
Rahmenantenne (fr Empfnger ohne eigene Antenne), die 
Gemeinschaftsantenne bringt es in aller Regel nicht, da in solche 
Antennen-anlagen meistens gar keine Mittelwellensignale 
eingespeist bzw. diese dann selten verstrkt werden! Die ersten 
beiden Antennen erlauben zudem die Aus-richtung der Antenne auf 
den Sender, womit sich Strungen unterdrcken lassen.
Zur Aufnahme der Sendung ist ein Kassettenrecorder oder - noch 
besser - ein Tonbandgert erforderlich. Das Aufnahmegert sollte 
nicht allzu groe Gleich-laufschwankungen aufweisen. Der 
Kassettenrecorder bzw. Verstrker darf an der Lautsprecherbuchse 
keine Gleichspannung ausgeben, anderenfalls mte diese mit einer 
zustzlichen Schaltung eliminiert werden (dies kann man mit einem 
gewhnlichen Voltmeter am im Lerrlauf befindlichen Recorder 
feststellen).
Die Ausgnge der Lautsprecherbuchse (eine Kopfhrerbuchse drfte 
ebenfalls geeignet sein) verbinde man nun direkt mit den Pins 5 
und 7 der Modem-Schnitt-stelle. Dafr bentigt man einen 
weiblichen 25-poligen Subminiaturstecker. Ich habe fr diesen 
Stecker ein passendes Gehuse gekauft und in dieses eine 
Lautsprecher- und eine 5-polige Diodenbuchse (zu dem 25-poligen 
Stecker) ein-gebaut: Pin 7 der Modem-Schnittstelle (GND) habe ich 
dann sowohl mit dem breiten Pol der LS-Buchse als auch mit dem 
Mittelkontakt der Diodenbuchse verbunden. Pin 5 der Modem-
Schnittstelle (CTS) wird an den zweiten Pol der LS-Buchse 
angeschlossen und Pin 4 der Modem-Schnittstelle (RTS) wird ber 
ca.
15 M (ich hatte einen solch groen Widerstand leider nicht parat 
und habe deshalb mehrere 2M7-Widerstnde 
hintereinandergeschaltet) mit Pin 3 der Diodenbuchse verbunden. 
Nun habe ich eine ausgezeichnete Kassetten-Schnitt-stelle (mte 
sich auch fr C't-Supertape eignen) an meinem Atari ST. ber die
LS-Buchse kann ich BASICODE einlesen und ber die Diodenbuchse 
kann ich spter BASICODE-Programme auf Tape aufnehmen, um sie an 
NOS zu schicken. Wie funktioniert's ?
Wie schon im letzten Artikel erwhnt, sind die Signale, die ein 
Kassetten-recorder liefert, alles andere als rechteckig. Trotzdem 
soll das fr die V 24 Schnittstelle am Atari ST, die doch fr  
12V ausgelegt ist, reichen ? Tests an meinem Gert zeigten, da 
dieses bereits auf eine lcherliche Spannung von nur 1.5 V 
ansprach (vielleicht reicht sogar noch weniger, ich habe es nicht 
ausprobiert). Eine weitere Untersuchung mit einem Oszilloskop 
ergab, da die Signale des Verstrkers bei ausreichender 
bersteuerung (+3 dB) von einer Sinusform in eine vllig 
ausreichende Rechteckform bergingen. Dieses Prinzip machen sich 
brigens ebenfalls einige 8-Bit-Homecomputer mit 
Kassettenschnittstelle zu Nutze (vom MTX 500/512 von Memotech 
wei ich es mit Sicherheit!).
Fazit: Ordentlich Power und dann geht die Post ab! Sinnvoll ist 
es auerdem, die Hhen in Mittelstellung einzustellen und die 
Bsse wegzudrehen (anders lautende Aussagen sind inzwischen von 
der Praxis berholt!), jedoch ist es mglich, da bei anderen 
Verstrkern andere Ein-stellungen erforderlich sind 
(ausprobieren!).
Die Software:
Gallia est omnis divisa in partes tres (Gallien ist im Ganzen in 
drei Teile geteilt, Zitat von G.J. Csar/De bello gallico).....
Dieser Satz lt sich leider trefflich auf die Atari-User 
bertragen: Es gibt drei BASIC's: ST-BASIC, mit dem bekanntlich 
"kein Mensch mehr programmiert" (Original-Zitat K.U.W., zum 
Teufel, was bin ich denn ?);
Omikron-BASIC, was eigentlich fr BASICODE prdestiniert ist, da 
es weitge-hend M-BASIC kompatibel ist und Zeilennummern zult, 
was aber z. Z. sehr schwer zu beschaffen ist (Omikron kommt mit 
der Nachfrage offensichtlich nicht ganz mit) und ich deshalb 
leider noch nicht besitze;
GFA-BASIC eignet sich wohl weniger (Zeilennummern!) und ist 
anscheinend ein sehr inkompatibler BASIC-Dialekt (ich wrde es 
eher als "BASCAL" bezeichnen, enthlt es doch auerordentlich 
viele PASCAL-Elemente).
BASICODE ist sozusagen ein Computer-Esperanto, was eine spezielle 
Anpassung des BASICODE-Textes erzwingt. Dies wird z.T. durch 
systemspezifische Unter-programme in den Zeilen 0-999 (s. auch 
ST-Vision Nr.6, S.55), die hinzuge-MERGEt werden mssen, 
erreicht. Fr GFA-BASIC wird es diese Routinen von mir 
hchstwahrscheinlich nicht geben, aber vielleicht leckt ja 
irgendjemand Blut an BASICODE ? Fr Omikron-BASIC werde ich 
ziemlich sicher diese Subroutinen schreiben, aber erst einmal mu 
ich es haben! Fr ST-BASIC werde ich aus oben-stehenden Grnden 
nichts mehr schreiben (lohnt ja nicht!)
Aber: Alle knnen mit ihrem Computer und dem BASICODE-
Konvertierungsprogramm
(PD von mir, erhltlich bei ST-Vision oder mir (zu gleichen 
Konditionen)) BASICODE-Programme als ASCII-Files auf Diskette 
abspeichern.
Wenn das Konvertierungsprogramm gestartet wurde, am besten sofort 
die Return-Taste bettigen, sonst: Buserror (mit Debugger luft's 
kurioserweise korrekt).
Wurde dann der Recorder eingeschaltet, so mte etwas zu hren 
sein.
Nach dem Einlesen des Headers schlielich (ein 5 Sekunden langer 
hoher Ton)
kann man die eingelesenen Bytes auf dem Bildschirm sehen....
Meine Adresse:
Thomas Murer, Duisburger Str. 296, 4200 Oberhausen 1, Tel: 
0208/20883
Adresse von NOS
NOS programmadienst radio, postbus 1010, NL-1200 BA hilversum
tm
